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Baeza
Ganz im Osten Andalusiens liegt auf einer kleinen Anhöhe inmitten von malerischen Wein- und Olivenfeldern Baeza, das oft in einem Atemzug mit der nur neun Kilometer entfernten "Schwesterstadt" Úbeda genannt wird. Es ist ein Zitat des Dichters Antonio Machado, auf den das 'verwandtschaftliche' Verhältnis der beiden Landstädtchen zurückgeht, wobei Baeza "die Arme und Dame", während Úbeda die "Königin und Zigeunerin" der beiden Schwestern sei. Ebenso wie Úbeda von der UNESCO zum Welterbe der Menschheit erklärt, zeugen in Baeza noch heute prächtige Renaissancebauten von der Glanzzeit der Stadt im 16. und 17. Jahrhundert.
Allen voran sind hier der Palacio de Jabalquinto und die Renaissance-Kathedrale Santa María, die neben gotischen Elementen auch maurische Mudéjar-Elemente aufweist, zu nennen. Diese in Andalusien nicht ungewöhnliche Stilkombination verweist auf die lange Tradition Baezas als Grenz- und Handelsstadt. Die strategisch bedeutsame Lage zwischen dem christlichen Kastilien und dem maurischen Andalusien machte Baeza im Mittelater zum Schauplatz zahlreicher Schlachten und Grenzscharmützeln. Ein weiterer Blickfang beim Stadtrundgang sind der Uhrturm "Los Aliatares" oder die frühere Getreidemarkthalle der Stadt.
Aber die Gegend um Úbeda und Baeza gilt nicht nur als Wiege der Renaissance in Spanien, hier findet sich auch eines der wichtigsten andalusischen Anbaugebiete für Oliven. Das hier produzierte Olivenöl genießt nicht nur in Spanien wegen seiner hohen Qualität einen exzellenten Ruf, was sich auch in den geschützten Herkunftsbezeichnungen der Region "Sierra Segura" und "Sierra Mágina" ausdrückt. Für Naturliebhaber lohnt ein Besuch des nicht weit entfernten Parque Natural de Sierra Mágina. Während die Flora des fast 20.000 Hektar großen Naturparks überwiegend von Stein- und Bergeichen geprägt ist, fallen in der hier ansässigen Fauna besonders die Raubvögel, wie der spanische Kaiseradler, auf.
AndalusienAndalusien reicht über 800 Kilometer von der portugiesischen Grenze an der Atlantikküste bis zur Provinz Murcia am Mittelmeer. Die maurischen Kalifen entwickelten "El-Andalus" zu einem Zentrum der muslimischen Welt. Die Alhambra in Granada und die Mezquita in Córdoba sind die bekanntesten Monumente dieser Zeit. Nach der Rückeroberung verewigten sich die christlichen Fürsten mit noch prächtigeren Kathedralen. Im Landesinneren gibt es keine Stadt, die nicht von einer Besatzungsepoche geprägt wurde. Nacheinander siedelten hier Phönizier, Griechen und Römer. Im 8. Jahrhundert folgte die Herrschaft der Mauren bis zur "Reconquista", der christlichen Rückeroberung zu Beginn der Renaissance. Natürlich ist Andalusien auch die Heimat des Flamencos, des Stierkampfes und des Sherrys. Ein reiches kulturelles Erbe von 3.000 Jahren Siedlungsgeschichte und freundliche, offenherzige Menschen sind weitere Merkmale Andalusiens.
Für Naturfreunde bietet die südlichste Region Spaniens fast menschenleere Traumstrände, gefolgt von Salzsümpfen und verschneitem Hochgebirge. Das mediterrane Klima sorgt für mehr als 300 Sonnentage jährlich. Typisch sind heiß-trockene Sommer und milde Wintermonate. Der schneebedeckten Gebirgskette und den üppigen Wäldern in der Sierra de Grazalema stehen die heißen Temperaturen der weithin bekannten Küstenregionen gegenüber.
Eine Vielzahl an Naturparks, Reservaten und unberührten Landschaften sind die Heimat für viele bedrohte Tierarten. Hier ist zuallererst der Nationalpark Doñana zu nennen, der an der Mündung des Rio Guadalquivir, dem größten Fluss Andalusiens gelegen ist.
In jeder der großen Städte und in jedem Dorf Andalusiens werden stimmungsvolle Feste gefeiert. Das religiöse Leben, fast durchgängig römisch-katholisch geprägt, dokumentiert sich eindrucksvoll in der Karwoche, während der Wall- und Pilgerfahrten und im Rahmen der beeindruckenden Prozessionen zu Fronleichnam. Neben den Stierkämpfen und dem Flamenco-Tanz wird die volkstümliche Kultur besonders durch die Stadtfeste, die berühmten "Ferias", geprägt. Trotz des ausgeprägten Katholizismus werden auch vorchristliche Erinnerungen bewahrt. Viele Orte feiern zu Ehren der Dorf- und Schutzheiligen ihre fröhlichen und ausgelassenen Fiestas und binden interessierte Feriengäste gern dabei ein. |
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