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Jerez de la Frontera


Jerez de la Frontera ist die Stadt der andalusischen Reitkunst und des Sherrys. Bereits im 11. Jahrhundert brachten die Araber die erste Sherry-Rebsorte, die Palomino-Traube, von ihrem Eroberungszug mit. Heute ist die Stadt Jerez das namentliche Zentrum für die Sherry-Produktion in Spanien und bildet mit den Städten El Puerto de Santa Maria und Sanlúcar de Barrameda das so genannte Dreieck des Sherrys. Zu den größten Sehenswürdigkeiten zählen die zahlreichen Bodegas der Stadt. Bodega heißt wörtlich übersetzt nichts anderes als Keller. In Andalusien und gerade in Jerez de la Frontera versteht man darunter urige, traditionelle Weinkellereien. Teilweise wirken die imposanten Bodegas wie Kathedralen, in denen Tausende von Sherry-Fässern gelagert werden.

Wer gerne monumentale Bauten besichtigen möchte, sollte keinesfalls einen Besuch der Kathedrale versäumen. Das im 18. Jahrhundert entstandene Barockgebäude beherbergt im Inneren viele gotische und neoklassizistische Elemente. Gleich nebenan findet sich der Alcázar, das aus dem 12. Jahrhundert stammende Schloss, das von arabischen Mauern umsäumt ist. Die bedeutendste Kirche der Stadt ist die Iglesia de San Miguel. Die Altstadt von Jerez, die zu einem Baudenkmal von kunsthistorischem Interesse ernannt wurde, bietet authentische und traditionsreiche Viertel mit wunderschönen versteckten Gassen und Plätzen, wo sich Springbrunnen und Orangenbäume zwischen mächtigen ehemaligen Adelspalästen, ehrwürdigen Kirchenmauern und den urigen Bodegas befinden.

Neben dem Sherry ist der Name der Stadt auch untrennbar mit der Pferdezucht verbunden, findet sich doch die Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre, die königlich-andalusische Hofreitschule in Jerez de la Frontera. Übrigens: Der Namenszusatz "de la Frontera" - an der Grenze - hinter der Ortsbezeichnung weist die Region um Jerez als lange umkämpftes Gebiet zwischen den Mauren und den Christen aus. Dazu zählt auch Arcos de la Frontera, das mit seinen engen Gassen und weißgetünchten Fassaden als Hauptort der berühmten, andalusischen weißen Dörfer gilt.


Andalusien

Andalusien reicht über 800 Kilometer von der portugiesischen Grenze an der Atlantikküste bis zur Provinz Murcia am Mittelmeer. Die maurischen Kalifen entwickelten "El-Andalus" zu einem Zentrum der muslimischen Welt. Die Alhambra in Granada und die Mezquita in Córdoba sind die bekanntesten Monumente dieser Zeit. Nach der Rückeroberung verewigten sich die christlichen Fürsten mit noch prächtigeren Kathedralen. Im Landesinneren gibt es keine Stadt, die nicht von einer Besatzungsepoche geprägt wurde. Nacheinander siedelten hier Phönizier, Griechen und Römer. Im 8. Jahrhundert folgte die Herrschaft der Mauren bis zur "Reconquista", der christlichen Rückeroberung zu Beginn der Renaissance. Natürlich ist Andalusien auch die Heimat des Flamencos, des Stierkampfes und des Sherrys. Ein reiches kulturelles Erbe von 3.000 Jahren Siedlungsgeschichte und freundliche, offenherzige Menschen sind weitere Merkmale Andalusiens.

Für Naturfreunde bietet die südlichste Region Spaniens fast menschenleere Traumstrände, gefolgt von Salzsümpfen und verschneitem Hochgebirge. Das mediterrane Klima sorgt für mehr als 300 Sonnentage jährlich. Typisch sind heiß-trockene Sommer und milde Wintermonate. Der schneebedeckten Gebirgskette und den üppigen Wäldern in der Sierra de Grazalema stehen die heißen Temperaturen der weithin bekannten Küstenregionen gegenüber.

Eine Vielzahl an Naturparks, Reservaten und unberührten Landschaften sind die Heimat für viele bedrohte Tierarten. Hier ist zuallererst der Nationalpark Doñana zu nennen, der an der Mündung des Rio Guadalquivir, dem größten Fluss Andalusiens gelegen ist.

In jeder der großen Städte und in jedem Dorf Andalusiens werden stimmungsvolle Feste gefeiert. Das religiöse Leben, fast durchgängig römisch-katholisch geprägt, dokumentiert sich eindrucksvoll in der Karwoche, während der Wall- und Pilgerfahrten und im Rahmen der beeindruckenden Prozessionen zu Fronleichnam. Neben den Stierkämpfen und dem Flamenco-Tanz wird die volkstümliche Kultur besonders durch die Stadtfeste, die berühmten "Ferias", geprägt. Trotz des ausgeprägten Katholizismus werden auch vorchristliche Erinnerungen bewahrt. Viele Orte feiern zu Ehren der Dorf- und Schutzheiligen ihre fröhlichen und ausgelassenen Fiestas und binden interessierte Feriengäste gern dabei ein.

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