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Ronda


Seine spektakuläre Lage an der Kante eines riesigen Hochplateaus und die bilderbuchgleiche maurische Altstadt machen Ronda zu einem der idyllischsten Orte in ganz Südspanien. Das Plateau wird durch eine 40 bis 90 Meter breite und bis zu 150 Meter tiefe Schlucht des Río Guadelevín durchschnitten. Zu beiden Seiten dieser einzigartigen Schlucht liegt die Stadt Ronda. Die Altstadt auf der Südseite Rondas ist maurischen und römischen Ursprungs, die Neustadt im Norden wurde im 15. Jahrhundert von katholischen Königen errichtet. In Ronda wurde auch die Polizei Guardia Civil gegründet, weil die Stadt Dreh- und Angelpunkt für viele Schmuggler und Räuber war.

Eine weitere Attraktion der Stadt ist nicht unumstritten: Ronda und sein Umland gelten als Mutterland des Stierkampfes: Hier befindet sich die älteste Stierkampfarena Spaniens und ein kleines, aber feines Museum mit den im Wesentlichen auch heute noch gültigen Corrida-Regeln. Den Gebrüdern Romero, den Urvätern des rondischen Stierkampfes, gedenken die Bürger Rondas jährlich um den 12. September herum in einer rauschenden Fiesta mit Stierkampf, Umzug und Flamenco.

Kurz hinter der Arena gibt es eine Promenade mit einem beeindruckenden Ausblick auf das Flusstal. Von der Plaza del Companillo führt ein Fußweg hinunter zu den verfallenen Mühlen in der Guadelevín-Schlucht. Die Aussicht auf die Brücke und die Wasserfälle belohnt den halbstündigen Abstieg. Von dem malerischen Panorama Rondas ließen sich auch viele Komponisten und Schriftsteller, darunter auch Rainer Maria Rilke, inspirieren.


Andalusien

Andalusien reicht über 800 Kilometer von der portugiesischen Grenze an der Atlantikküste bis zur Provinz Murcia am Mittelmeer. Die maurischen Kalifen entwickelten "El-Andalus" zu einem Zentrum der muslimischen Welt. Die Alhambra in Granada und die Mezquita in Córdoba sind die bekanntesten Monumente dieser Zeit. Nach der Rückeroberung verewigten sich die christlichen Fürsten mit noch prächtigeren Kathedralen. Im Landesinneren gibt es keine Stadt, die nicht von einer Besatzungsepoche geprägt wurde. Nacheinander siedelten hier Phönizier, Griechen und Römer. Im 8. Jahrhundert folgte die Herrschaft der Mauren bis zur "Reconquista", der christlichen Rückeroberung zu Beginn der Renaissance. Natürlich ist Andalusien auch die Heimat des Flamencos, des Stierkampfes und des Sherrys. Ein reiches kulturelles Erbe von 3.000 Jahren Siedlungsgeschichte und freundliche, offenherzige Menschen sind weitere Merkmale Andalusiens.

Für Naturfreunde bietet die südlichste Region Spaniens fast menschenleere Traumstrände, gefolgt von Salzsümpfen und verschneitem Hochgebirge. Das mediterrane Klima sorgt für mehr als 300 Sonnentage jährlich. Typisch sind heiß-trockene Sommer und milde Wintermonate. Der schneebedeckten Gebirgskette und den üppigen Wäldern in der Sierra de Grazalema stehen die heißen Temperaturen der weithin bekannten Küstenregionen gegenüber.

Eine Vielzahl an Naturparks, Reservaten und unberührten Landschaften sind die Heimat für viele bedrohte Tierarten. Hier ist zuallererst der Nationalpark Doñana zu nennen, der an der Mündung des Rio Guadalquivir, dem größten Fluss Andalusiens gelegen ist.

In jeder der großen Städte und in jedem Dorf Andalusiens werden stimmungsvolle Feste gefeiert. Das religiöse Leben, fast durchgängig römisch-katholisch geprägt, dokumentiert sich eindrucksvoll in der Karwoche, während der Wall- und Pilgerfahrten und im Rahmen der beeindruckenden Prozessionen zu Fronleichnam. Neben den Stierkämpfen und dem Flamenco-Tanz wird die volkstümliche Kultur besonders durch die Stadtfeste, die berühmten "Ferias", geprägt. Trotz des ausgeprägten Katholizismus werden auch vorchristliche Erinnerungen bewahrt. Viele Orte feiern zu Ehren der Dorf- und Schutzheiligen ihre fröhlichen und ausgelassenen Fiestas und binden interessierte Feriengäste gern dabei ein.
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