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Úbeda


Fast ein bisschen versteckt im Nordosten Andalusiens im Zentrum der Region Jaén liegt Úbeda, das oft in einem Atemzug mit der nur neun Kilometer entfernten "Schwesterstadt" Baeza genannt wird. Es ist ein Zitat des Dichters Antonio Machado, auf den das 'verwandtschaftliche' Verhältnis der beiden Landstädtchen zurückgeht, wobei Baeza "die Arme und Dame", während Úbeda die "Königin und Zigeunerin" der beiden Schwestern sei. Tatsächlich ist Úbeda eine der besterhaltenen Renaissance-Städte Europas und erinnert mit seiner allgegenwärtigen architektonischen Pracht aus dem 16. Jahrhundert schon fast ein bisschen an die Toskana.

Zur Zeit der Renaissance erlebte die Stadt ihre Blütezeit und es galt den reichen und einflussreichen Adelsfamilien dieser Zeit als schick, sich im Stile der Medici von Florenz zu gebärden. Jede musste einen möglichst prächtigen Palast im gerade modernen Stil besitzen. Ihr bevorzugter Baumeister war Andrés de Vandelvira, der lange in Italien gelebt hat und der mit seiner Werkstatt vor allem in Úbeda, aber auch in Baeza und Jaén imposante Zeugnisse der Machtdemonstration schuf: Sehenswert sind vor allem das Rathaus, der Palacio de las Cardenas und der Stadtpalast des früheren Vize-Königs von Peru. Die Stadtgeschichte ist im archäologischen Museum an der Calle Cervantes zusammengefasst. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sowohl Úbeda als auch Baeza seit dem Jahr 2003 laut UNESCO als historische Bauensembles zum Welterbe der Menschheit zählen.

Aber die Gegend um Úbeda und Baeza gilt nicht nur als Wiege der Renaissance in Spanien, hier findet sich auch eines der wichtigsten andalusischen Anbaugebiete für Oliven. Das hier produzierte Olivenöl genießt nicht nur in Spanien wegen seiner hohen Qualität einen exzellenten Ruf, was sich auch in den geschützten Herkunftsbezeichnungen der Region "Sierra Segura" und "Sierra Mágina" ausdrückt. Für Naturliebhaber lohnt ein Besuch des nicht weit entfernten Parque Natural de Sierra Mágina. Während die Flora des fast 20.000 Hektar großen Naturparks überwiegend von Stein- und Bergeichen geprägt ist, fallen in der hier ansässigen Fauna besonders die Raubvögel, wie der spanische Kaiseradler, auf.


Andalusien

Andalusien reicht über 800 Kilometer von der portugiesischen Grenze an der Atlantikküste bis zur Provinz Murcia am Mittelmeer. Die maurischen Kalifen entwickelten "El-Andalus" zu einem Zentrum der muslimischen Welt. Die Alhambra in Granada und die Mezquita in Córdoba sind die bekanntesten Monumente dieser Zeit. Nach der Rückeroberung verewigten sich die christlichen Fürsten mit noch prächtigeren Kathedralen. Im Landesinneren gibt es keine Stadt, die nicht von einer Besatzungsepoche geprägt wurde. Nacheinander siedelten hier Phönizier, Griechen und Römer. Im 8. Jahrhundert folgte die Herrschaft der Mauren bis zur "Reconquista", der christlichen Rückeroberung zu Beginn der Renaissance. Natürlich ist Andalusien auch die Heimat des Flamencos, des Stierkampfes und des Sherrys. Ein reiches kulturelles Erbe von 3.000 Jahren Siedlungsgeschichte und freundliche, offenherzige Menschen sind weitere Merkmale Andalusiens.

Für Naturfreunde bietet die südlichste Region Spaniens fast menschenleere Traumstrände, gefolgt von Salzsümpfen und verschneitem Hochgebirge. Das mediterrane Klima sorgt für mehr als 300 Sonnentage jährlich. Typisch sind heiß-trockene Sommer und milde Wintermonate. Der schneebedeckten Gebirgskette und den üppigen Wäldern in der Sierra de Grazalema stehen die heißen Temperaturen der weithin bekannten Küstenregionen gegenüber.

Eine Vielzahl an Naturparks, Reservaten und unberührten Landschaften sind die Heimat für viele bedrohte Tierarten. Hier ist zuallererst der Nationalpark Doñana zu nennen, der an der Mündung des Rio Guadalquivir, dem größten Fluss Andalusiens gelegen ist.

In jeder der großen Städte und in jedem Dorf Andalusiens werden stimmungsvolle Feste gefeiert. Das religiöse Leben, fast durchgängig römisch-katholisch geprägt, dokumentiert sich eindrucksvoll in der Karwoche, während der Wall- und Pilgerfahrten und im Rahmen der beeindruckenden Prozessionen zu Fronleichnam. Neben den Stierkämpfen und dem Flamenco-Tanz wird die volkstümliche Kultur besonders durch die Stadtfeste, die berühmten "Ferias", geprägt. Trotz des ausgeprägten Katholizismus werden auch vorchristliche Erinnerungen bewahrt. Viele Orte feiern zu Ehren der Dorf- und Schutzheiligen ihre fröhlichen und ausgelassenen Fiestas und binden interessierte Feriengäste gern dabei ein.
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